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Aufschieberitis, ade!

 

Die Steuererklärung machen. Mit Schwiegermama aussprechen. Den Keller aufräumen. Die nächste Präsentation planen. Oder einfach nur pünktlich aufstehen. Manche dringlichen Dinge liegen wie ein unüberwindbarer Berg vor einem. Dann besser nicht in Schreckstarre verfallen, sondern lieber locker losklettern – mit diesen Hilfen

 

 

 

Etappen festlegen

 

Sie kennen diese Frage: Wie verspeist man einen Elefanten? Antwort: Stück für Stück. Das ist bei Aufgaben, die sich wie ein Berg vor einem auftürmen, natürlich nicht anders. Verschaffen Sie sich daher als Erstes einen Überblick über die einzelnen Schritte, die zur Erledigung nötig sind, und bringen Sie sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Widerstehen Sie dabei der Versuchung zu denken, dass Sie alles in einem Rutsch schaffen müssen – das raubt nur den Mut. Nehmen Sie sich erst einmal nur eine Sache vor und fangen Sie ruhig mit etwas Leichtem an, wenn Sie das motiviert. Oder Sie packen sich mutig den schwersten Teil – dann wird der Rest umso leichter fallen. Und vielleicht merken Sie schon durch die Unterteilung der Aufgabe in kleine Häppchen, dass sie machbarer als vorher wirkt ...

 

 

 

Erfolge feiern

 

Während Sie sich nach und nach vorarbeiten, freuen Sie sich zwischendrin bewusst darüber, was sie schon geschafft haben – egal, bei welcher Etappe sie sich gerade befinden und wie gering Ihnen Ihr Vorankommen erscheinen mag. Klopfen Sie sich auf die Schulter! Sagen Sie sich mal was richtig Nettes (und zwar hörbar)! Anerkennung und Freude schalten die Dopamin-Dusche Ihres Gehirns an, die wie ein Motivationsturbo wirkt und  Zuversicht und Kraft für den nächsten Schritt gibt.

 

 

 

Startrampe bauen

 

Vielleicht gehören Sie zu denen, die den Anfang am schwersten finden. Dann bauen Sie eine Startrampe, indem Sie überlegen, was Ihnen Anschub geben könnte: Brauchen Sie einen Kakao auf dem Schreibtisch, einen zweiminütigen Tagtraum an die Highlights des letzten Urlaubs, den Lieblingssong im Hintergrund? Alles, was Sie in einen guten Zustand versetzt, hilft ihrem Gehirn, Unangenehmes in Angriff zu nehmen! Suchen Sie sich Ihre(n) Favoriten und tun Sie sich was Gutes, bevor es losgeht.

 

 

 

Sportlich nehmen

 

Lästige Aufgaben haben die Angewohnheit, sich bedrohlich aufzublähen. Sie kommen dann schwer, öde und langwierig daher. Erfahrungsgemäß dauern Sie in unserer Vorstellung oft länger als in Echtzeit. Daher machen Sie doch mal den Test: Versuchen Sie realistisch einzuschätzen, wie lange Ihre nächste Etappe wohl dauern wird. Stellen Sie Ihren Wecker auf die geschätzte Zeit ein und legen Sie zügig los. Sind Sie vor dem Klingeln fertig – wunderbar. Brauchten Sie länger, dann überlegen Sie, woran es gelegen haben kann. In jedem Fall haben Sie an Ihrer Aufgabe gearbeitet und sind Ihrem Ziel etwas näher gekommen.

 

 

 

Fanclub anheuern

 

Manchmal ist man schon mittendrin - und dann wird’s nochmal schwierig. Damit man in solchen Fällen nicht alles hinschmeißt oder steckenbleibt,  braucht man jemanden, der einen anfeuert. Wahrscheinlich glauben auch Sie keinen platten Du-schaffst-das-schon-Parolen.  Aber vermutlich gibt es doch ein oder zwei Sätze, die Ihnen helfen würden, dranzubleiben. Gehen Sie mal in sich: Was  wollen oder müssen Sie hören, damit Sie durchziehen? Und dann bitten Sie den Mann in Ihrem Leben, die Mitbewohnerin oder Ihre beste Freundin, Ihnen genau das zu sagen, wenn Sie durchhängen. (Am besten entwerfen Sie auch gleich noch ein knackiges Gegenargument, das ihnen diese Menschen entgegenhalten dürfen, falls Sie in der Versuchung stehen, sich rauszureden J). Oder Sie kleben Ihre Fanclub-Sätze an den Bildschirm, den Telefonhörer, in den Kalender - wo immer Sie sich vor Ihrem Berg verstecken wollen.           

 

 

 

Begleiter suchen

 

Vielleicht ist eine Etappe Ihres Berges auch wirklich nicht zu packen. Weil Sie merken, dass Sie nicht die richtige Ausrüstung dabei haben. Ist das der Fall, dann quälen Sie sich nicht länger alleine herum  - das ist nur Zeitverschwendung. Machen Sie stattdessen eine ehrliche Bestandsaufnahme. Welche Fähigkeit oder Sache fehlt, um weiterzukommen? Von wem können Sie das lernen? Wer kann ihnen damit helfen? Holen Sie sich die Unterstützung, die nötig ist.  

 

 

 

Ziel vorstellen

 

Hach, wie wird das schön! – Vorfreude mobilisiert enorme Kräfte. Malen Sie sich daher ausgiebig aus, wie es sein wird, wenn Sie Ihre Aufgabe hinter sich haben.  Mit allen Sinnen. Stellen Sie sich vor, wie gut sich das anfühlen wird, was Sie dann vielleicht über sich denken und welches Feedback Sie von anderen bekommen werden, die wissen, was Sie geleistet haben.  Die positive Aussicht motiviert nicht nur, sie ist auch gleichzeitig die Generalprobe fürs Gehirn: Je öfter Sie in Gedanken die Erledigung Ihrer Aufgabe und die Erreichung Ihres Ziels durchgehen, desto fester wird die neue neuronale Verbindung, die sich dabei in Ihrem Gehirn bildet. Und wenn der Ernstfall dann kommt, ist es, als würde ihr Gehirn denken: Ach, gar kein Problem - den Weg kenn ich doch schon! Es kostet Sie nicht so viel Energie, die Sie sonst für die Selbstüberwindung  gebraucht hätten, weil der Weg schon vorgezeichnet ist.

 

 

 

Sich belohnen

 

Und falls die Erledigung der Aufgabe nicht ausreicht, um Ihre Vorfreude zu schüren, dann nutzen Sie einen ganz alten Trick, der nicht nur bei Kindern wirkt: Stellen Sie sich eine tolle Belohnung in Aussicht, die stark genug ist, um Sie über den Berg zu ziehen. Was das ist, wissen nur Sie am besten. Planen Sie das für sich. Und genießen Sie Ihr Danach in vollen Zügen!